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Betriebsbesichtigung bei der Weberei Rödel

Ein Produkt aus dem Hause Rödel Marienweiher - hier für einen niederländischen Kunden

Der Ortsverband Marktleugast der FREIEN WÄHLER besucht einmal im Jahr gemeinsam ein örtliches Unternehmen. In diesem Herbst sah man sich in der Weberei Rödel in Marienweiher um. Neben Bürgermeister Norbert Volk und einigen Gemeinderäten der FREIEN WÄHLER konnte Vorsitzender Michael Schramm insgesamt knapp 20 interessierte Bürger begrüßen.

Die Weberei Rödel existiert inzwischen seit über 50 Jahren: bereits der Großvater des heutigen Eigentümers gründete den damals noch sehr überschaubaren Betrieb. In den fünfziger Jahren übernahm Egid Rödel den Betrieb seines Vaters. Nun führt inzwischen die dritte Generation der Familie ein stolzes Unternehmen.

Wenn man den Eigentümer Ambros Rödel befragt, welche Produkte er herstellt, dann bekommt man von ihm die lapidare Antwort: "Naja, wir machen Putzlumpen." Im Grunde genommen ist dies auch richtig, stellt aber ein eindeutiges understatement der Produktpalette der Weberei Rödel dar.

Die Besucher konnten sich beim Rundgang während des laufenden Betriebes alle Arbeitsschritte vom gelieferten Garn bis hin zum fertigen Putzlappen genau ansehen. Nach Aussage von Ambros Rödel werden pro Tag ca. 30.000 dieser Lappen produziert. So müssen hierfür pro Monat knapp 20 Tonnen Garn verarbeitet werden. Die Waren werden unter anderem nach Deutschland, Österreich, die Schweiz und in die Niederlande verkauft.

Da die Räumlichkeiten für die inzwischen knapp 10 Arbeitsplätze zu eng wurden, war man vor kurzer Zeit gezwungen, anzubauen. In den neuen Räumen befindet sich nun das Herzstück der Weberei: eine Vielzahl von Webstühlen, die in rasender Geschwindigkeit Garn zu gewebter Rollenware verarbeiten. Dabei gibt es für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete auch verschiedene Qualitäten der Putzlappen: in einer Autowerkstatt müssen andere Anforderungen erfüllt werden als in einer Druckerei. So dürfen Putztücher für empfindliche Druckplatten keinesfalls fusseln, stellen aber keine besonderenen Anforderungen an die Reißfestigkeit. In Werkstätten muss ein Putztuch allerdings auch die Aufnahme von scharfen Metallspänen verkraften können während es unerheblich ist, ob einzelne Fäden sich lösen könnten.

Es lassen sich drei Qualitätsstufen unterscheiden, die in den eingewebten Farben blau, grün und rot unterschieden werden. Erstaunt waren die Besucher über die Information, dass der größte Anteil des Marktes für Putztücher in der Vermietung liegt. So gibt es große Unternehmen, welche Massen der Lappen von der Weberei abkaufen, um sie im Mietgeschäft an Werkstätten, Druckereien, Putzfirmen und viele andere Branchen vermieten. Die Putztücher werden sauber angeliefert, vom Kunden benutzt und im Anschluss verschmutzt wieder abgeholt und gegen frisch gewaschene Tücher getauscht. So kann ein Tuch - je nach Beanspruchung - zwischen 20 und 40 Wäschen vertragen. Ein rentables Geschäft für den Vermieter.

Marktleugasts Bürgermeister Norbert Volk bedankte sich bei der Familie Rödel für die Entscheidung weiter zu expandieren und auf den Standort Marktleugast/Mareinweiher zu setzen. Er bot sich persönlich als Ansprechpartner an, wenn es Gesprächsbedarf gebe. Als Zollbeamter kenne er ohnehin das Geschäft der Familie Rödel und habe schon lange "Einblick" in die wertvolle Arbeit, welche hier in Marienweiher geleistet wird.

Vorsitzender Michael Schramm bedankte sich mit einer kleinen Aufmerksamkeit bei Ambros Rödel und seiner Familie für die beeindruckende Führung durch den Betrieb. Die Besucher waren positiv überrascht von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Als kleines Erinnerungsgeschenk erhielt jeder Besucher eine Textil-Wachsfackel. Die Weberei Rödel stellt dafür die Textilien her, die später in einem Betrieb in der Nähe von Bad Windsheim auf ein Papprohr gewickelt, mit Wachs getränkt und zusammen mit dem Holzgriff weiter verkauft werden.

Im Anschluss ließ man den Abend im Gasthaus Zwei Linden gemeinsam ausklingen und kam dabei auf noch viele interessante Gespräche und bewegende Geschichten aus der Vergangenheit der Weberei Rödel.

Bericht & Fotos: M. Schramm