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Rathaussanierung - Infos der Verwaltung

Informationen zur Rathaussanierung

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

es ist viel über die Rathaussanierung verbreitet worden. Wir möchten Sie auf diesem Wege informieren, dass es keinerlei Versäumnisse, weder vom Bürgermeister noch von der Verwaltung, gegeben hat.

Bereits im Februar 2008 hat der Marktgemeinderat einen Sanierungsauftrag erteilt. Nachdem die damals ermittelten Kosten 350.000 Euro betrugen, wurde die Sanierung zurückgestellt. Aufgrund einer erneuten Krebserkrankung eines Mitarbeiters (der fünfte innerhalb von 12 Jahren) wurde eine Raumluftuntersuchung in Auftrag gegeben. Dabei wurden im Gebäude Werte von 255 Bq/m3 bis 6536 Bq/m3 gemessen. Es gibt zwar keinen gesetzlichen Grenzwert, aber ab einer Radonkonzentration über 100 Bq/m3 sind Sanierungsmaßnahmen vorzunehmen. In den meisten Fällen reichen Baumaßnahmen nach heutigem Technikstand. Dies ist im Wesentlichen die Isolierung von Boden berührenden Wänden und des Fundaments gegenüber Bodenfeuchtigkeit. Radon in Gebäuden stellt das höchste umweltbedingte radiologische Risiko dar.

Im Mai 2009 wurde die Rathaussanierung aufgrund unserer Bewerbung in das Konjunkturpaket II aufgenommen. Im Juni 2009 haben die Fraktionen des Marktgemeinderates den Architekten beauftragt zu prüfen, ob an Stelle der vorgesehenen Rathaussanierung ein Ersatzneubau sinnvoller wäre. Im Juli 2009 teilte der Architekt mit, dass eine energetische Sanierung nach den Vorgaben aus dem Konjunkturpaket nun 526.000 Euro kosten würde. Eine Sanierung der Holzbalkendecke, Einbau einer Kellerlüftung, Brand- und Personenschutz sowie einer kleinen raumorganisatorischen Verbesserung würde 721.280 Euro kosten. Ein Neubau bei mittlerem Standard 980.000 Euro. Für einen Neubau sprechen der im Rathaus radonbelastete Keller, die ungenügende Stellplatzsituation, die beengten Räume, fehlende Erweiterungsmöglichkeiten, schlechte Bausubstanz, statisch unterdimensionierte Decken, marodes Dachtragwerk, Holzbalkenschäden mit Trockenfäule, Nassfäule und Pilzbefall, die ungelösten horizontalen Sperren der Erdgeschossböden und der fehlende Brandschutz. Der Architekt wurde vom Marktgemeinderat beauftragt, nur die unbedingt notwendigen Kosten zu errechnen,
um die Mittel aus dem Konjunkturpaket zu erhalten. In der Folge darauf wurden im Juli und August 2009 weitere mikrobiologische Untersuchungen der Raumluft und  endoskopische Untersuchungen der Decken durchgeführt. Die Innendämmung der Außenwände stellte ein bauphysikalisches Grundproblem dar, weil es hinter der Dämmschicht mauerseitig zu Tauwasseranfall führt. Zwangsläufig auch zu Schimmel. Die starken Durchfeuchtungswerte an den Außen- und Innenwänden waren sehr auffällig.
Bei den Probeöffnungsstellen der Innenisolierung war starker Modergeruch feststellbar. Die Ursache: aufsteigende Feuchte, Tauwasserbildung und hygroskopische Feuchtigkeit mit hydratbelasteter Mauersubstanz. Der Architekt musste feststellen, dass eine erfolgreiche Sanierung nur Spekulation sei. Wieder wurde der Architekt beauftragt, Kosten zu ermitteln. Am 05.08.2009 lieferte der Architekt seinen Erläuterungsbericht mit einer erneuten Kostenschätzung unter der Zugrundelegung, dass Maßnahmen an der Holzbalkendecke, der Brand- und Personenschutz, die raumorganisatorischen Verbesserungen, das Nebengebäude, die Freianlage und die allgemeine Innensanierung zurückgestellt wurden. Die Kosten dafür rund 500.870 Euro zuzüglich Nebenkosten, Voruntersuchungen, Elektroarbeiten, EDV und die Reparatur von eventuell auftretenden Schäden. Bei einer Generalsanierung würden rund 880.000 Euro fällig. Das Risiko, ob alle Schäden dann behoben werden können, trage aber die Marktgemeinde.
Im September 2009 wurde ein Entfeuchtungsgerät sowie eine Abluftanlage im Gewölbekeller installiert, um die Radonbelastung zu senken. Die Messergebnisse des Landesamtes für Umwelt betrugen im Keller 1.900 Bq/m3 und im Erdgeschoss 410 Bq/m3.

Weil die Mehrheit des Marktgemeinderates sich dann im August 2009 für einen Neubau entschieden hatte, wurde von den Gegnern ein Bürgerbegehren mit Erfolg auf den Weg gebracht. Während der Einreichung des Bürgerbegehrens bis zur Abstimmung im Januar 2010 durften aus rechtlichen Gründen keine weiteren Arbeiten ausgeführt werden.
Unmittelbar nach dem Bürgerentscheid wurde vom Marktgemeinderat eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Bereits am 20.01.2010 fand die erste Sitzung der Arbeitsgruppe statt, bei der nochmals der Sanierungsumfang festgelegt wurde. Im Laufe des Jahres 2010 folgten dann noch sieben Sitzungen der Arbeitsgruppe sowie monatliche Gemeinderatssitzungen. Es wurden weiterhin Fachleute des Landratsamtes, Energieplaner, Statiker, Gemeindeunfallversicherungsverband, EDV-Projektant usw. eingeschaltet.
Etliche Besprechungen und Planungsergänzungen wurden notwendig. Endlich konnten dann im Januar 2011 die Gewerke ausgeschrieben werden. Bei Beginn der Bauarbeiten wurden weitere Mängel und Schäden aufgedeckt. So waren die Elektroinstallation nicht ausreichend abgesichert, die Dachsparren teilweise verrottet und ungenügend dimensioniert, ein Kanal eingebrochen, das Haus musste teilweise unterfangen werden, erhebliche Feuchtigkeitsschäden an den Innenwänden usw. Mehrkosten von ca. 153.000 Euro. Der Architekt berichtete in der Marktgemeinderatssitzung am 16.05.2011, dass die Kosten der Sanierung nun bei rund 770.000 Euro lagen.

Im Mai trat auch noch eine massive Belastung mit Schimmelsporen in der Raumluft auf. Die festgestellten Sporen stammen lt. Gutachten von Dr. Alef von Aspergillus spp. und Penicillium spp. (spp. bedeutet „Unterarten“. Es werden im Gutachten also die genauen Unterarten nicht benannt.). Penicillium und Aspergillus sind bekannte Erreger von Allergien. Manche Unterarten können sogar krebserregend sein. Aflatoxine, Gifte von manchen Aspergillus spp., zählen zu den giftigsten Stoffen. Zu diesem Zeitpunkt hat der Gutachter darauf hingewiesen, dass bei längerem Aufenthalt in den Räumen Gesundheitsgefahr besteht. Vorsorglich sollten Atemschutzmasken getragen werden. Nachdem die Räume gründlich gereinigt wurden, die Kelleröffnung verschlossen und über eine Woche quer gelüftet wurde, haben kurz darauf Nachmessungen stattgefunden. Nach diesen Maßnahmen war die Innenluft aller untersuchten Räume nicht mehr mit Schimmelpilzen belastet. Der Gutachter stellte fest, dass eine Schimmelpilzbildung nicht ausgeschlossen werden kann, solange die Wände im Gebäude feucht bleiben. Der Gutachter teilte weiter mit, dass eine gesundheitliche Unbedenklichkeitserklärung nicht ausgestellt werden könne. Bei einer Langzeitmessung der Radonkonzentration bis 28.02.2011 wurde im Keller 900 Bq/m3 und 140 Bq/m3 im Erdgeschoss festgestellt. Das Bayerische Landesamt für Umwelt empfahl ein Gesamtkonzept, dass die Wegsamkeiten vom Keller in die darüberliegenden Stockwerke nachhaltig unterbrochen werden.

In der Marktgemeinderatssitzung am 16.06.2011 wurde der Architekt vom Marktgemeinderat nochmals beauftragt, die bisher verbauten Kosten zu ermitteln. Diese teilte der Architekt am 28.06.2011 mit. Demnach wurden bisher ca. 223.000 Euro verbaut. Nach Auskunft des Architekten ist mit Schadenersatzforderungen der Firmen nicht zu rechnen. Nachdem auch Stimmen im Marktgemeinderat zu einer anderen Nutzung des Gebäudes laut wurden, hat die Verwaltung die Regierung um Stellungnahme gebeten. Eine Nutzungsänderung würde zu einem Widerruf der Förderzusage führen. Bis zum 15.07.2011 muss nun der Marktgemeinderat der Regierung mitteilen, ob die Sanierungsarbeiten fortgeführt werden.

Am 30.06.2011 hat die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft
beschlossen, den bestehenden Mietvertrag für das Rathaus zu kündigen. Die Gemeinschaftsräte kamen zu dem Ergebnis, dass die Sanierung nicht zum erwünschten Erfolg führt und deshalb eine gesundheitliche Belastung der Mitarbeiter und Besucher der Verwaltungsgemeinschaft nicht ausgeschlossen werden kann.

Der Markt Marktleugast muss sich nun genau überlegen, ob er
die Sanierung fortführen will.

Norbert Volk                          Michael Laaber
Erster Bürgermeister               Leiter der Geschäftsstelle VG Marktleugast