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Volk verliert Kampfabstimmung

Volk verliert Kampfabstimmung

Der Ortsverbandsvorsitzende der Freien Wähler, Michael Schramm (links), gratulierte Bürgermeisterkandidat Reiner Meisel zur Nominierung. Foto: Klaus-Peter Wulf
Der Ortsverbandsvorsitzende der Freien Wähler, Michael Schramm (links), gratulierte Bürgermeisterkandidat Reiner Meisel zur Nominierung. Foto: Klaus-Peter Wulf

Bayerische Rundschau vom 16.05.2013

Riesenüberraschung bei der Nominierungsversammlung: Reiner Meisel erhält als Bürgermeisterkandidat zwei Stimmen mehr als der amtierende Rathauschef.

VON UNSEREM MITARBEITER KLAUS-PETER WULF

Marienweiher — Der 51-jährige Reiner Meisel ist bei der Hauptversammlung des Ortsverbands der Freien Wähler Marktleugast im Gasthof Ott in Marienweiher am Dienstagabend überraschend zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 16. März
2014 nominiert worden. Meisel setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 23 zu 21 Stimmen gegen den amtierenden Bürgermeister, den 57-jährigen Zollbeamten Norbert Volk (FW), durch, der seit 2008 als Nachfolger von Manfred Huhs die Geschicke der Oberlandgemeinde lenkt.

Norbert Volk war von FW-Gemeinderat Hans Schramm für eine erneute Kandidatur vorgeschlagen worden. Stellvertretender Bürgermeister Hermann Dörfler hielt jedoch dagegen. „Wir sollten einen Neubeginn wagen. Viele haben das Vertrauen in Norbert Volk verloren, und ich bitte ihn, auf die Kandidatur zu verzichten“, sagte Dörfler und schlug seinerseits Reiner Meisel vor. Dieser erklärte sich wie auch zuvor Norbert Volk bereit, zu kandidieren.

Unter der Wahlleitung des Kulmbacher FW-Kreistagsfraktionsvorsitzenden Klaus Zahner
stimmten von den 45 anwesenden Mitgliedern der Freien Wähler 23 für Reiner Meisel und nur 21 für Norbert Volk. Eine Stimme war ungültig.

Zu Beginn der Versammlung hatten wohl die Wenigsten eine Vorahnung davon, was sich im Laufe des Abends noch zutragen sollte. Doch schon in den Worten von Ortsvorsitzendem Michael Schramm klang bereits Kritik im Bezug auf das Vorgehen beim Rathausabriss, die Nutzung von Fördertöpfen und die Informationspolitik des amtierenden Bürgermeisters an.

Norbert Volk war bei der Nominierung von Hans Schramm vorgeschlagen worden. Volk machte sogleich deutlich, dass beispielsweise das geplante Pumpwerk zur Trinkwasserversorgung bei Mannsflur mit Kosten von rund 80 000 Euro auch die entsprechende Finanzausstattung des Haushalts erfordere, die 2013 nicht gegeben sei.
In Sachen Straßensanierungen freute sich Volk zwar über die Erhöhung der Investitionszulage, doch müsse München noch 100 000 Euro drauflegen, sonst bezahle alles der Bürger. „Ich stelle mich wieder zur Wahl. Wenn ich 2014 wieder das Votum der Bürger bekomme, ist am 1. Mai Schluss beim Zoll. Dann bin ich bin ganztags für die Gemeinde da“, versicherte Volk.

„Weniger reden – mehr arbeiten“
Dessen Stellvertreter Hermann Dörfler votierte dann für Reiner Meisel, der der Teamarbeit und dem Knüpfen von Netzwerken das Wort redete. Viele Bürger, so der 51 Jahre alte selbstständige Zahntechnikermeister, seien mit der Arbeit Volks nicht mehr zufrieden. „Ich bin bereit, die Verantwortung anzunehmen und möchte etwas bewegen“, sagte er. Auch habe er gehofft, das Norbert Volk die erfolgreiche Arbeit von Huhs fortsetze, doch sei Stück für Stück Ernüchterung eingekehrt. Die Freien Wähler könnten nur mit einem neuen Kandidaten Vertrauen zurückgewinnen. Es gelte deshalb, weniger zu reden und mehr zu arbeiten.

Manfred Köhler machte seiner Enttäuschung Luft „Was da passiert, ist eine Frechheit sondersgleichen. Wir haben 24 Jahre Manfred Huhs unterstützt, und jetzt sind private Sachen reingetragen worden. Es ist kein Zusammenhalt mehr da“, schimpfte Köhler, der sogar von „Hinterlistigkeit“ sprach.

Klaus Zahner hoffte, dass das knappe Ergebnis den Ortsverband nicht zerreißt. Die Wahl sei Demokratie, das Ergebnis müsse anerkannt werden. „Es gilt einen Weg zu finden, um gemeinsam nach vorne zu gehen“, appellierte Meisel. Michael Schramm forderte ein aussagekräftiges Wahlprogramm, mit dem das Profil der Freien Wähler gestärkt werde. Für die Ortspolitik müssten Schwerpunkte gesetzt werden.

Zur Person

Familie
Reiner Meisel ist 51 Jahre alt und verheiratet. Er hat zwei Töchter.

Beruf
Der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler Marktleugast ist selbstständiger Zahntechnikermeister. Er betreibt seit dem Jahr 1998 in Marktleugast ein Dentallabor. Meisel wurde mit dem Bayerischen Meisterpreis ausgezeichnet.

Ehrenamt
15 Jahre war er als Handballtrainer für den TV Marktleugast im Einsatz. Umfangreiche Aktivitäten startete er für den letztlich gewonnenen Bürgerentscheid zur Errichtung der Dreifachsporthalle. Außerdem ist Reiner Meisel Obmann der Marktleugaster Ortsgruppe im Frankenwaldverein. Kirchlich engagiert er sich als Wallfahrtsführer der Egerer Wallfahrt und als Kirchenführer der Basilika Marienweiher. In seiner Freizeit unterstützt nach Kräften Jörg Schmidt mit seinem Pilgerbüro.

LQN
Seit dem Jahr 2007 arbeitet Reiner Meisel im Projekt „Lebensqualität durch Nähe“ mit. Er ist dort Sprecher des Arbeitskreises Wirtschaft und war auch verantwortlich für die Gewerbeschauen in den Jahren 2009 und 2012. Meisel hat auch den Gewerbeführer erstellt, in dem inzwischen 250 Firmen verzeichnet sind. Maßgeblich beteiligt war er schließlich auch an der Einführung des LQN-Talers.

kpw