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Podiumsdiskussion 1

Finanzen in Marktleugast: Es wird eng, sehr eng

Die Gemeinde Marktleugast hat 3,3 Millionen Euro Schulden. Die freie Finanzspanne für 2014 beträgt gerade einmal 22.000 Euro - und ist längst ausgegeben. Trotzdem warten große Pflichtaufgaben. Was die Bürgermeisterkandidaten nicht dazu veranlasst, die Wunschliste ganz zu streichen.

Bayerische Rundschau vom 27.02.2014
von Matthias Beetz

Sie stellte die "Frage des Abends" bei der Podiumsdiskussion, zu der die Bayerische Rundschau eingeladen, wie es Barbara Ruckdäschel selbst formulierte: "Wie funktioniert bei 3,3 Millionen Euro Schulden der Schuldenabbau, wenn man gleichzeitig für die Pflichtaufgaben investieren muss?" Damit brachte die Marktleugasterin die finanzielle Problematik auf den Punkt.

Die 22.000 Euro freie Finanzspanne für 2014 sind - wie zu erfahren war - längst ausgegeben, die großen Pflichtaufgaben längst nicht erledigt.

Thema Wasserversorgung: Für die Ortsteile Tannenwirtshaus, Traindorf, Baiersbach und Weidmes ist ein Anschluss an Marktleugast notwendig, da die bisherige Quelle schon einmal mit Nitrat verunreinigt war und nicht mehr zu sichern ist. Der Bau einer Leitung samt Druckstation wird nötig. Kosten: rund 90.000 Euro.

Thema Abwasserentsorgung: Die Kläranlage für den Ortsteil Neuensorg muss ertüchtigt werden, laut Wasserwirtschaftsamt hat die Planung 2014, der Bau 2015 zu erfolgen. Kosten: rund 400.000 Euro.

Thema Wasserschutz: Das Einzugsgebiet für die Marktleugaster Quellen muss untersucht und erweitert werden. Kosten: rund 85.000 Euro.

Dass die Pflichtaufgaben absolute Priorität haben, bestätigten die drei Kandidaten. Franz Uome ("Der Bau der Druckleitung sollte spätestens in der zweiten Sitzung des neuen Gemeinderats beschlossen werden"), Reiner Meisel ("Das Landratsamt sagt seit 2007, dass die Quelle nicht schützbar ist") und Norbert Volk ("Das Geld für den Ausbau der Parkstraße hätte dafür nicht gereicht") sehen sich in der Pflicht.

Keine Gesundheitsgefahr

Erbost reagierte Norbert Volk auf Aussagen politischer Mitbewerber, dass von der derzeitigen Wasserversorgung eine Gesundheitsgefahr ausgehe. Er zitierte aus einem Schreiben des Gesundheitsamts vom Dienstag, wonach das Wasser in den vier Orten ohne Bedenken für Menschen nutzbar ist - auch für Säuglinge und alte Menschen. Ein Salatkopf weise ein Vielfaches der Nitratbelastung aus, hieß es.

Die Neuensorger Abwasserproblematik sieht Franz Uome als "eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Wochen". Norbert Volk will derzeit eine Ertüchtigung nach modernster Technik nicht ausschließen, weil sie unter Umständen kostengünstiger ist. Und Reiner Meisel sucht vor allem den direkten Kontakt zum Bürger. "Wir müssen das offen und aktiv angehen."

Parallel zu den Pflichtaufgaben gibt es aber auch Vorhaben, die den Kandidaten sehr wichtig erscheinen. Stichwort Dorfererneuerung Steinbach. Während Franz Uome ("Wir haben erst vor sechs Wochen erfahren, dass das Projekt 800.000 Euro mit 350.000 Euro Eigenanteil der Gemeinde kosten soll") hinter dem Projekt steht, beklagte Reiner Meisel eine schlechte Informationspolitik. "Aus der 0-Nummer sind 356.000 Euro geworden." Norbert Volk jedoch sprach von 250.000 Euro Zuschuss auf diese Summe und der Möglichkeit, den Eigenanteil der Gemeinde durch Eigenleistungen der Steinbacher weiter zu drücken.

Zum Hinweis, dass bei Eigenleistungen wegen fachlicher Bauvorgaben Zuschüsse eventuell ausbleiben könnten, betonte Volk, dass es in Steinbach Fachleute gebe, die mit Unterschrift die sachgemäße Ausführung von Arbeiten bestätigen können und auch von den Behörden anerkannt werden.

Dass die kommenden Jahre in Marktleugast einen finanziellen Spagat erfordern - monatlich sind 34.000 Euro für Zins und Tilgung fällig -, daran zweifelt keiner der Kandidaten. "Es wurden in den zurückliegenden Jahren Entscheidungen getroffen, bei denen klar war, dass wir den Gürtel ganz, ganz eng schnallen müssen", sagte Norbert Volk. Das werde auch dazu führen, dass der neue Gemeinderat "unpopuläre Entscheidungen" treffen müsse.

BR-Redaktionsleiter Alexander Müller (links) im Gespräch mit (weiter nach rechts) Reiner Meisel, Franz Uome und Norbert Volk. Fotos: Miriam Hegner und Diana Bauer
BR-Redaktionsleiter Alexander Müller (links) im Gespräch mit (weiter nach rechts) Reiner Meisel, Franz Uome und Norbert Volk. Fotos: Miriam Hegner und Diana Bauer