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Podiumsdiskussion Teil 2

Bericht der Frankenpost vom 27.02.2008

Drei werben um neue Bürger

Gesprächsrunde | Die Marktleugaster Bürgermeisterkandidaten über Schule, Leerstand und die Wallfahrt Von Sabine Emich

Marktleugast – Applaus gibt es an diesem Abend im Marktleugaster FC-Sportheim reichlich. Mal von der versammelten Mannschaft der 140 aufmerksamen Zuhörer, mal aus dieser, mal aus jener Seite des Saals. Jeder der drei Marktleugaster Bürgermeisterkandidaten hat seine Anhänger mitgebracht. Bei der von der Frankenpost organisierten Podiumsdiskussion im FC-Sportheim ist jeder Stuhl besetzt. Diszipliniert und fair ist der Schlagabtausch am Podium. Die Moderatoren Alexander Wunner und Melitta Burger von der Frankenpost haben keine Mühe, mit den drei Bürgermeisterkandidaten. Und dennoch: Schnell kristallisieren sich zwei Pole heraus. Auf der einen Seite die beiden Bodenständigen, Norbert Volk (Freie Wähler) und Oswald Purucker (CSU), die sich weitgehend einig sind, auf welche Weise sie die Marktgemeinde weiterentwickeln wollen und dabei auf die Initiativen der örtlichen Vereine bauen. Auf der anderen Seite der „Revolutionär“ Lothar Huber (FDP/Bürgerforum), der neue Wege gehen will – in vielen Bereichen. „Ohne neue Ideen geht gar nichts. Wenn wir nichts Neues probieren, können wir gleich einpacken“, gibt sich Huber im Hinblick auf den dramatischen Einwohnerschwund überzeugt. So will er Bauland für einen Euro pro Quadratmeter anbieten, um junge Familien anzulocken. Eine Anregung, die bei seinen Mitbewerbern auf wenig Gegenliebe stößt.

Nur einen Euro für einen Quadratmeter

Purucker fragt, wie er diesen Dumpingpreis jenen erklären wolle, die ihren Bauplatz noch für 48 Euro pro Quadratmeter erworben haben. Und er verweist auf den hohen Leerstand. „Diese Häuser müssten wir versuchen, neu zu beleben.“ „Wir müssen dafür sorgen, dass Marktleugast liebens- und wohnenswert ist“, stellt Norbert Volk fest. Dazu zähle auch der Faktor Natur, aber vor allem die Infrastruktur, die in der Marktgemeinde erhalten werden müsse: mit Kindergarten, Schule, Ärzten, Zahnärzten, Apotheken und Bauland, das auch in Erbpacht erworben werden kann. Wie das gelingen kann, auch darüber gehen bei den Kandidaten die Meinungen auseinander. Purucker und Volk versprechen sich viel von Kooperationen mit anderen Kindergärten und von der Ganztagsschule, die in Marktleugast angesiedelt werden soll. Huber meint: „Wenn wir es nicht schaffen, vernünftige Busverbindungen zu bekommen, wird das mit der Ganztagsschule sowieso nichts.“ In der Einschätzung, dass es in der Marktgemeinde mit dem Tourismus „was wird“, sind sich die drei Kandidaten allerdings einig und haben dabei vor allem die Basilika Marienweiher im Blick. Sie eignet sich wegen ihrer guten Akustik nach Ansicht Lothar Hubers beispielsweise bestens als Veranstaltungsort für Konzerte. Purucker verweist auf die Aktivitäten des noch jungen Vereins zur Förderung der Wallfahrt nach Marienweiher, in dem er selbst aktiv ist. Die Zahl der Wallfahrer habe zugenommen, „doch wir bräuchten mehr Gästebetten, so dass wir jede Woche eine komplette Wallfahrt unterbringen könnten. Das Problem ist erkannt, an der Lösung arbeiten wir.“ „Wir haben die Wallfahrt bisher einfach zu wenig vermarktet“, stellt Norbert Volk fest. Seitdem am Fuße der Basilika die „Klosterbräu“ ihre Pforten eröffnet habe und das Feriendorf Kosertal brumme, „sieht man in der Gemeinde so viele fremde Leute, wie schon lange nicht mehr.“

Jugendtreff eine Frage der Organisation

Neue Wege will Lothar Huber auch in Sachen Jugendförderung gehen. Für 400 Euro im Monat will er einen Streetworker einstellen, der sich jener Jugendlichen in der Gemeinde annimmt, die in regelmäßigen Abständen mit Sachbeschädigungen von sich reden machen. „Wir brauchen keinen Streetworker, wir brauchen anständige Jugendarbeit in den Vereinen. Und die haben wir“, stellt Volk fest. Er wünscht sich allerdings wieder einen offenen Jugendtreff. Hier müsse allerdings noch die Frage geklärt werden, wie er beaufsichtigt wird. „Denn ohne Aufsicht funktioniert es nicht. Das hat sich gezeigt.“ Und die Finanzierung eines Jugendtreffs müsse noch geklärt werden. Die Finanzen waren bereits eingangs Thema gewesen, als es um die Frage ging, ob Marktleugast einen hauptamtlichen Bürgermeister braucht. Lothar Huber meint ja, denn er wolle kein „Halbtags-irgendwann-bin-ich-da-Bürgermeister“ sein. Diesen Schuh wollen sich aber auch seine beiden Mitbewerber nicht anziehen. Purucker will ohnehin seinen Job bei der Sparkasse aufgeben und ganztags als ehrenamtlicher Bürgermeister zur Verfügung stehen. Und Volk will zumindest noch ein paar Stunden als Zollbeamter arbeiten, versprach aber: „Ich werde bei jeder Tages- und Nachtzeit für die Gemeinde und die Bürger da sein.