23.12.2020
Weihnachtsgrüße des Bezirksvorsitzenden Oberfranken

Liebe Freie Wählerinnen, liebe Freie Wähler,

das Jahr 2020 wird jeder von uns unter verschiedensten Aspekten als „ver-rücktes“ Jahr in Erinnerung behalten. Wir alle haben eine mächtige Zäsur erfahren, die zu Jahresbeginn so für niemanden absehbar war. Ob in Asien, Afrika, Amerika oder Europa, ob liberale oder autoritäre Staaten. Alle sind betroffen. So etwas haben wir in Friedenszeiten noch nie erlebt.

Die Lage ist bitterernst. Hinter jedem Todesfall steht ein Schicksal, steht eine Familie, stehen Freunde, die um den Verstorbenen trauern. Wir sind in unseren Gedanken bei den Angehörigen. Wir denken an die Erkrankten, die zur Behandlung im Krankenhaus sind und unter schwerwiegenden Folgen leiden. Wir denken auch an all die Menschen in unserem Gesundheitswesen, bei der Polizei und in den Verwaltungen des Öffentlichen Dienstes, die vieles auf sich nehmen, um Leben zu retten und die Pandemie zu bekämpfen. Unser Mitgefühl gilt aber auch all denjenigen, deren berufliche Existenz massiv bedroht ist. Gerade ihnen muss der Staat, die Kommune und jeder einzelne von uns unter die Arme greifen.

Wenn sich jeden Tag zehntausende Menschen mit dem Virus infizieren, wenn täglich Hunderte an ihm sterben, dann bedeutet das auch: Wir müssen unsere Anstrengungen im Kampf gegen die Pandemie dringend weiter verstärken. Das gilt für die politischen Entscheidungen auf allen Ebenen. Ich bin mir sicher, das wird geschehen, wenngleich ich mir wünsche, dass auf die pandemische Lage nicht ein ständiges Wechselspiel von „Daumenschraube anziehen und lockern“ folgt, sondern den Menschen ein verlässliches Krisenmanagement an die Hand gegeben wird, das ihnen eine Perspektive bietet und Planungssicherheit ermöglicht. Das gilt sinngemäß auch für unser persönliches Handeln. Jeder und jede muss sich fragen: Was kann ich tun, damit sich das Virus nicht noch weiterverbreitet? Wie kann ich noch mehr Vorsicht für mich und noch mehr Rücksicht für andere üben? Sehe ich die sogenannte „Querdenkerbewegung“, die ihre  Solidarität darin findet, mit Gleichgesinnten  sämtliche Schutzmaßnahmen des Staates in Frage zu stellen und die entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnisse und Vernunft selbst die einfachsten Vorsichtsmaßnahmen ignoriert, frage ich mich ernsthaft: Stehen wir noch geschlossen zu unserem freiheitlich-demokratischen Staatssystem, das uns einerseits viele Freiheiten garantiert, andererseits aber auch das Gemein- über das Alleinwohl stellt? Sind wir noch eine Solidargemeinschaft, die gegenseitige Rücksicht nimmt oder sind wir mittlerweile ein Volk von Empathie-armen Individualisten und Egoisten? Die Krise wird es zeigen.

Ich weiß um die Härten der Einschränkungen, gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit. Aber trotz aller Zugeständnisse haben wir keinen Grund zur Resignation. Wir haben in den vergangenen Monaten erlebt, dass es dank der Anstrengungen der Forschung weltweit gelungen ist, Impfstoffe zu entwickeln, die im Zulassungsverfahren sind und uns bald zur Verfügung stehen werden. Trotz der Hoffnung auf die Impfstoffe: Das Virus ist noch nicht besiegt. Es ist weiterhin solidarische Anstrengung und Rücksichtnahme erforderlich. Deshalb meine Bitte: Halten wir in den kommenden Monaten mit Abstand und Haltung zusammen. Bleiben wir vernünftig und solidarisch. Dann haben wir allen Grund zur Zuversicht, dass sich die Lage im Laufe des nächsten Jahres verbessert.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Ihren Angehörigen und Freunden eine besinnliche Weihnachtszeit, ein besseres Jahr 2021 und bleiben Sie gesund, wir sehen uns wieder!

Herzlichst

Ihr Bezirksvorsitzender Manfred Hümmer